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Informationen zum Riesengebirge

Quelle: Wikipedia

Allgemeines

Das Riesengebirge (poln. Karkonosze, tschech. Krkonoše) ist ein Teilgebirge der Sudeten an der Grenze zwischen Polen und Tschechien und erreicht Gipfelhöhen bis zu 1603m (Schneekoppe).

Sein Hauptkamm verläuft großteils in west-östlicher Richtung. Seine Fläche beträgt auf tschechischer Seite 454 km², auf polnischer Seite 177 km². Das Vorland hat Meereshöhen von 300 Meter oder darüber.

Natur und Landschaft

Das Riesengebirge hat trotz seiner Gipfelhöhen von nur 1300 - 1603 m in seinen Kammlagen stark subalpinen Charakter, worin es manchen anderen Bergketten über 1500 m entspricht. Im Gemeindegebiet von Spindlermühle (Špindlerův Mlýn) befindet sich in 1384 m Höhe das Quellgebiet der Elbe.

Das bei vielen Wanderern beliebte Mittelgebirge gewinnt in den letzten Jahren zunehmend auch für deutsche Touristen Bedeutung als Alternative zu den Voralpen. Das Riesengebirge hat auch viele Stätten für den Wintersport und ist Schauplatz der Legenden um den Berggeist Rübezahl (tschech. Krakonoš poln. "Liczyrzepa").

Einige Besonderheiten des Riesengebirges

Neben zahlreichen Naturdenkmalen (siehe unten) sind die zahlreichen Bergbauden zu erwähnen (mhd. Buode = Bau, Gebäude). Ursprünglich waren dies meist von Hirten im Sommer bewohnte, meist hölzerne Schutzhütten in den höheren Gebirgslagen. Ab etwa 1800 wurden einige - die es auch im Erzgebirge gab - für erste Wanderer interessant, so dass viele gegen Ende des 19. Jahrhunderts zu Touristenherbergen umgewandelt wurden. Später wurden die Bauden oft erweitert, um eine größere Zahl von Gästen bewirten und beherbergen zu können. Dazu zählt z.B. die Vosecká Bouda (Wossekerbaude) oberhalb von Harrachov oder die Schlesische Baude am Reifträger. An anderen Stellen wurden die alten Bauden durch neuere Gebäude ersetzt. Zu diesen speziell für touristische Zwecke errichteten Bauden zählt z.B. die Petrova bouda (Peterbaude).

Auch interessante Felsformationen hat das Riesengebirge zu bieten, z.B. die Mädelsteine (divci kameny) am Gebirgskamm der Staatsgrenze. Es sind hohe Granittürme, die durch ungleichmässige Verwitterung eine fast menschliche Gestalt erhielten. Nach einer Legende soll dort ein Mädchen umgekommen sein. Die nahegelegenen Harrachsteine wiederum (Harrachovy kameny) sind auffällige Granitblöcke am Rand der "Kesselgrube" (1420m), die an ähnliche Formationen am Bärenstein erinnern, 250km südwestlich an der Grenze Böhmen-Mühlviertel. Es dürften die Reste einer Blockheide sein, die zu bizarren Köpfen verwitterten.

Geografie

Der Hauptkamm des Riesengebirges bildet auch gleichzeitig die Grenze zwischen Tschechien und Polen. Zu ihm gehört auch die 1603m hohe Schneekoppe (poln. Śnieżka, tschech. Sněžka), der höchste Berg des Riesengebirges sowie ganz Tschechiens. Nördlich des Hauptkammes fällt das Gebirge steil nach Polen hin ab. Nur im Nordosten setzt sich das Riesengebirge in Polen im Landeshuter Kamm fort.

In Tschechien verläuft südlich des Hauptkamms parallel dazu der nur ca. 100m niedrigere Böhmische Kamm (auch Innerer Kamm genannt). Er wird bei Špindlerův Mlýn von der Labe (dt. Elbe) durchbrochen. Daran schließen sich noch mehrere Nebenkämme an.

Hauptkamm und Böhmischer Kamm sind durch die Täler von Mumlava (Mummel), Labe (Elbe) und Bílé Labe (Weißwasser) getrennt. Weitere bedeutende Flüsse auf tschechischer Seite sind Velka Úpa (Große Aupa) und Malá Úpa (Kleine Aupa), sowie die Jizera (Kleine Iser). Die Mumlava und die Jizerka münden in die Jizera (Iser), welche im angrenzenden Isergebirge entspringt und den Südwesten des Riesengebirges durchfließt.

Die Flüsse auf tschechischer Seite stürzen oft über steile Kanten von den Rändern der Höhenzüge in die von eiszeitlichen Gletschern geformten Täler. Die größten Wasserfälle auf tschechischer Seite sind Labský vodopád (Elbefall) mit einer Fallhöhe von 50m, Pančavský vodopád (Pantschenfall) (250m), Horní Úpský vodopád (Oberer Aupafall), Dolní Úpský vodopád (Unterer Aupafall) und Mumlavský vodopád (Mummelfall) 10m.

Die bedeutendsten Flüsse auf polnischer Seite sind Kamienna (Zacken), Łomnica (Lomnitz) und Bóbr (Bober). Diese bilden aufgrund des starken Gefälles ebenfalls häufig imposante Wasserfälle, wie z.B. Wodospad Kamienczyka (Zackelfall) (27m), Wodospad Szklarki (Kochelfall) (13,5m) und Wodospad na Łomnicy (Lomnitzfall) (10m).

Natur

Im Riesengebirge sind die typischen Vegetationszonen eines mitteleuropäischen Gebirges vertreten. Die Flusstäler und niederen Lagen bilden die submontane Zone. Die hier natürlicherweise vorherrschenden Laub- und Mischwälder wurden jedoch größtenteils durch Fichtenmonokulturen ersetzt. Nur in den Flusstälern sind noch Reste der Laubwälder vorhanden.

Daran schließt die montane Vegetationszone an. Deren natürliche Nadelwaldbestände wurden ebenfalls zum großen Teil durch Fichtenmonokulturen ersetzt. Diese sind durch Luftverschmutzung und Bodenversauerung oft stark geschädigt. An vielen Stellen ist der Wald großflächig abgestorben. Der Grund ist die geografische Lage im sog. "Schwarzen Dreieck", einer Region, um das deutsch-polnisch-tschechische Dreiländereck, in der eine große Zahl von Elektrizitätswerken, die mit Braunkohle betrieben werden, existiert. Zwar wurde deren Schwefeldioxidemission, die hauptverantwortlich für den sauren Regen ist, sowie die Emission vieler anderer Luftschadstoffe seit Beginn der 90er Jahre stark reduziert, trotzdem konnte der Prozess des Waldsterbens, der bereits in den 70er Jahren einsetzte, noch nicht vollständig gestoppt werden.

Besonders in der Umgebung von Bauden entstanden durch Rodung artenreiche Bergwiesen.

Oberhalb der Baumgrenze in ca. 1250-1350m liegt die subalpine Vegetationszone. Sie ist vor allem von Knieholzbeständen, natürlichen und sekundären Borstengraswiesen und subarktischen Hochmooren geprägt.

Diesem Lebensraum kommt im Riesengebirge eine besondere Bedeutung zu. Es handelt sich hierbei um einen Rest der arktischen Tundra, die während der Eiszeiten in Mitteleuropa vorherrschte. Gleichzeitig bestand jedoch eine Verbindung zum alpinen Grasland der Alpen. Es existieren hier Pflanzenarten nebeneinander, die sonst mehrere tausend Kilometer voneinander getrennt sind, z.B. Moltebeeren. Einige Arten entwickelten sich unter den speziellen Bedingungen des Riesengebirges anders als in den Alpen oder in der Tundra. Sie sind endemisch, das heißt, sie kommen nur hier vor.

Nur auf den höchsten Gipfeln (Sněžka, Studniční hora (Brunnberg) Luční hora (Hochwiesenberg), Vysoké Kolo (Hohes Rad) und Kotel (Kesselkoppe)) findet man die alpine Vegetationszone. Hier herrschen Gras- und Flechtengesellschaften vor.

Besonders artenreich sind die Gletscherkare wie Obří důl (Riesengrund), Labský důl (Elbgrund) und Důl Bílého Labe (Weißwassergrund). Die artenreichsten Stellen nennt man zahrádka (dt. Gärtchen). Davon gibt es im Riesengebirge etwa 15, z.B. Čertova zahrádka (Teufelsgärtchen) und Krakonošova zahrádka (Rübezahls Gärtchen).

Sowohl auf tschechischer Seite, als auch auf polnischer Seite sind große Teile des Riesengebirges als Nationalpark geschützt. Der tschechische Nationalpark Riesengebirge wurde bereits 1963 als erster Nationalpark in Tschechien eingerichtet. Er umfasst annähernd 370 km2. Der mit 56 km2 weitaus kleinere Nationalpark auf polnischer Seite existiert bereits seit dem 16.1.1959. Große Teile des Riesengebirges stehen zusätzlich als Biosphärenreservat unter dem Schutz der UNESCO.

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Klima

Das Klima des Riesengebirges ist von häufigen Wetterumschwüngen geprägt. Die Winter sind kalt und Schneehöhen über 3 m keine Seltenheit. Weite Teile des Gebirges verbergen sich ca. 5-6 Monate unter einer Schneedecke. Die höheren Lagen sind oft in dichten Nebel gehüllt. Der Gipfel der Schneekoppe ist an durchschnittlich 296 Tagen zumindest zeitweise im Nebel bzw. in den Wolken verborgen. Die Durchschnittstemperatur auf der Schneekoppe beträgt ca. 0,2°C und entspricht damit der von Island. Die Kammlagen gehören zu den windexponiertesten Gegenden Europas. Auf der polnischen Seite ist der Föhn eine häufige Wettererscheinung. Der jährliche Niederschlag reicht von ca. 700mm am Fuße des Gebirges bis zu 1230mm auf der Schneekoppe. Mit bis zu durchschnittlich 1512mm in den Schneegruben werden die höchsten Niederschlagsmengen jedoch in den Tälern am Fuße des Hauptkammes erreicht.

Die höchsten Berge des Riesengebirges

Hauptkamm (von Ost nach West):

andere im tschechischen Teil: